Am 11./12. Februar 2022 findet ein digitales Symposium zur Standortbestimmung Geistlicher Schriftauslegung statt.

Unter der Leitfrage, wie sich die Bibel neu entdecken lässt, veranstaltet die Philosophisch-Theologische Hochschule Münster am 11. und 12.2.2022 ein internationales Online-Symposion zur Geistlichen Schriftauslegung. Im Gespräch verschiedener theologischer Fächer werden Beispiele aus Tradition und Gegenwart vorgestellt, die modellhaft zeigen, wie sich das Wort Gottes auf das eigene Leben beziehen läßt, wie es persönlich erfahrbar und geistlich fruchtbar werden kann.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die mit dem Wort Gottes umgehen, die es betrachten und vor allem an jene, die es zu verkündigen haben: Priester, Diakone, Ordensleute Pastoralreferentinnen und  referenten, Lehrerinnen und Lehrer.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Schriftauslegung in den verschiedenen Ordenstraditionen.

Geistliche Schriftauslegung galt im akademischen Bereich lange Zeit als suspekt, zumal im universitären Kontext. So blieb die Tradition der Geistlichen Schriftauslegung, die so alt ist wie das Christentum bzw., nimmt man die alttestamentlich-jüdischen Vorläufer hinzu, sogar noch älter, zumindest im deutschen Sprachraum wenig beachtet.

In den letzten Jahrzehnten ist das Bewusstsein gewachsen, dass eine Beschränkung der Bibelexegese auf die historisch-kritische Methode zu einseitig, für nicht wenige sogar abschreckend sein könnte. Geistliche Schriftauslegung entbehrt aber bis heute einer gründlichen wissenschaftlichen Erfassung.

Die digitale Tagung als Auftakt eines längerfristig angelegten Projekts möchte diese Lücke füllen. Angestrebt wird eine wissenschaftliche Fundierung des Themas Geistliche Schriftauslegung an der Schnittstelle von Bibelexegese und Kirchen-/Spiritualitätsgeschichte. Was ist überhaupt „Geistliche Schriftauslegung“? Wie verhält sie sich zu anderen Zugängen zur Heiligen Schrift?

Im Dialog der theologischen und verwandten Sektionen (Biblische, Historische, Systematische und Praktische Theologie, Religionswissenschaft) steht sodann die Vorstellung markanter Beispiele aus verschiedenen Etappen der Geschichte spiritueller Bibelauslegung im Mittelpunkt: vom Frühjudentum (Philo von Alexandrien) und innerbiblischer Auslegung über Altertum, Mittelalter und Neuzeit bis in die Gegenwart und ihre Versuche, die Schrift geistlich zum Sprechen zu bringen (Lectio divina, Bibel-Teilen, Bibliolog).

Nähere Informationen: Download pdfFlyer-digitales-Symposium-Februar-2022.pdf