Gutes > Dank > Ermutigung >> Der Hoffnungsschimmer der Woche
Gegen alles Dunkle und Belastende in unserer Welt gibt es einen Lichtstrahl der Hoffnung. Regelmäßig erzählen Menschen ihre „Frohe Botschaft“, ihre „Gute Nachricht“, einen Hoffnungsmoment des Alltags.

„Du aber bleibst“
Vor einiger Zeit ist mir ein Beitrag von Klaus Hofmeister, Redakteur beim Hessischen Rundfunk im Bereich von „Religion & Kirche“ untergekommen, den er vor einem Jahr geschrieben hat, der aber nichts an Aktualität verloren hat. Angesichts der sich eher verstärkenden Welt-Un-Ordnung macht die Aussage des Altabts von Münsterschwarzach, Fidelis Ruppert, Mut, der Verse aus dem Psalm 102 aufgreift. Mit ihnen sieht einen Regenbogen der göttlichen Gegenwart über sich gespannt. Dieses „Du aber bleibst“ mag uns durch die Kar- und Ostertage begleiten und uns neue österliche Trotzdem-Kraft schenken.
Br. Stefan Federbusch
Unter dem Regenbogen der göttlichen Gegenwart…
Liebe Leserinnen und Leser,
vor drei Jahren, nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine, sagte Außenministerin Baerbock den historischen Satz: „Heute Morgen sind wir in einer neuen Welt aufgewacht.“ Und sie hatte recht. Vor fünf Jahren, im März 2020, als der Corona-Lockdown begann, hatte ich allerdings auch schon mal das Gefühl, dass ich in einer anderen Welt aufgewacht bin. Und als Trump im November ein zweites Mal gewählt wurde, ebenfalls. Und als er Selenskyj vor einer Woche aus dem Oval Office warf, ebenfalls. Und als am Dienstag CDU und SPD diese neue Welt-Un-Ordnung mit einem nie dagewesenen Milliardenpaket für die Rüstung quittierten, ebenfalls. Wir erleben gerade Weltgeschichte. Und mir geht es wie Ihnen: Der ganze Wandel löst Besorgnis aus, Unruhe, die Frage, was mag kommen? Psychisch Kranke oder ideologisch Verrückte, die mit Autos in Menschen hineinfahren, „garnieren“ dieses Zeitgefühl mit ihren Taten.
Bei einem Klosteraufenthalt habe ich den Altabt von Münsterschwarzach, Fidelis Ruppert, gefragt, was ihn als religiösen Menschen in dieser verrückten Zeit aufrecht hält. Der 86-Jährige meinte: „Mir fiel vor einigen Monaten das Ende von Psalm 102 auf, den wir donnerstags immer in unserem Stundengebet singen. Es heißt dort: ‚Vor Zeiten hast du die Erde gegründet, und die Himmel sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen – du aber bleibst. Wie ein Kleid werden sie alle zerfallen. Du aber bist, und deine Jahre enden niemals.‘ Da hat es geklickt. All die verrückten Dinge sind vergänglich: DU ABER BLEIBST, oder DU ABER BIST. Bei diesen Worten weitet sich mir der Horizont in einen unendlichen Raum, als Alternative zu Enge und Angst. Ein riesiger Regenbogen spannt sich über mir. Der Regenbogen der göttlichen GEGENWART. Damit ist natürlich noch kein Problem gelöst, aber die Seele weitet sich und ich kann weitergehen.“
Das DU ABER ist für Altabt Fidelis ein Mantra für den Weg geworden. Solcher „Trotzdem“-Geist wird sich bei säkularen Menschen aus anderen Quellen speisen, aber zur Hoffnung und zum „Trotzdem“ sind wir alle fähig. Vielleicht ist die Fastenzeit eine Gelegenheit, dass wir uns innerlich wieder etwas sortieren, unsere „Trotzdem“-Geister wecken, damit wir Wege aus der inneren Enge in die Weite finden, Luft holen und etwas aufatmen. Das wünsche ich uns!
Herzlich,
Klaus Hofmeister, hr Religion & Kirche
Haben auch Sie Alltagsgeschichten erlebt, die Hoffnung machen? Wenn Sie sie mit uns teilen mögen, freuen wir uns unter hoffnung@franziskaner.de auf Ihre Erzählung.