Gutes > Dank > Ermutigung >> Der Hoffnungsschimmer der Woche
Gegen alles Dunkle und Belastende in unserer Welt gibt es einen Lichtstrahl der Hoffnung. Regelmäßig erzählen Menschen ihre „Frohe Botschaft“, ihre „Gute Nachricht“, einen Hoffnungsmoment des Alltags.

Interreligiös – interkulturell
Fastenbrechen mit 3.000 Personen
Kassel. Mittwoch, 18. März. Gegen 18 Uhr erreiche ich den Friedrichsplatz. Das erste, was ich sehe, sind Hunderte von Menschen und eine riesige Schlange vor einer Essensausgabe. Bis zum Sonnenuntergang sind es noch etwa 30 Minuten. Dann findet hier das größte gemeinsame Fastenbrechen Deutschlands statt. Die Idee und Initiative ist von einem 23-jährigen Kassler: Sidney Burnie. Wenige Wochen zuvor kam ihm diese Idee eines gemeinsamen Fastenbrechens. Sein Ziel: Menschen zusammenzubringen. Das ist ihm gelungen. Etwa 3.000 muslimische wie nicht muslimische Menschen vieler Kulturen versammeln sich auf Picknickdecken und warten plaudernd, bis die Sonne untergeht. Nach einem kurzen Gebet wird das Fasten mit Datteln gebrochen.
Neben uns sitzen drei muslimische Personen aus einem Vorort von Kassel. Aus der Gruppe hatten sich zwei Menschen an der Essensausgabe angestellt, weshalb sie nun zu viel Essen haben, das sie gerne mit uns teilen. Wir teilen Süßigkeiten mit ihnen. Die Mutter der Familie auf der anderen Seite unserer Picknickdecke steht mit ihrer älteren Tochter noch an einer der über 100 m langen Schlangen vor der Essensausgabe an, so dass sie nicht rechtzeitig zum Fastenbrechen zurück ist. Der Vater ist dankbar, dass wir nun wiederum mit ihnen teilen können und seine jüngere Tochter etwas zu essen bekommt. Dafür bietet er uns Tee an. Wir kommen ungezwungen ins Gespräch mit Menschen, die wir sonst nie getroffen hätten.
Sidney Burnie verbreitete seine Idee über Social Media und sammelte Spenden. Über 18.000 Euro kamen zusammen. Das Essen wurde von einem türkischen Restaurant gespendet, über 100 Menschen, unter anderem ein Sicherheitsdienst, arbeiteten ehrenamtlich. So konnten über die Anwesenden an diesem Abend kostenlos orientalisches Essen genießen. Das Geld, das nach Deckung der Unkosten für sicherheitstechnische Auflagen der Stadt, Toiletten und Sanitätsdienst übrig war, spendete der Organisator an die Tafel. Für das nächste Jahr plant Sidney Burnie bereits wieder ein gemeinsames Fastenbrechen.
Solche Initiativen geben mir Hoffnung, Menschen über die Grenzen von Kulturen und Religionen zusammenbringen, ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.
Sr. Beate Krug (Kassel)
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